Kommunale Wärmeplanung

Bitte beachten Sie: In einem Wärmevorranggebiet entsteht nicht automatisch ein Wärmenetz, dafür sind weitere Planungen und Entscheidungen notwendig, weitere Informationen siehe unten.

Die Stadtverwaltung wird sie über geplante Maßnahmen informieren.

Um die Ziele der Wärmeplanung zu erreichen, ist es u.a. nötig, die Gebäudesanierungsquote auf mindestens 2 % pro Jahr zu erhöhen. Die Berechnungen des Zielbildes basieren auf dieser Vorgabe. Mit der Europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) könnten außerdem viele Eigentümer alter Gebäude gezwungen sein, Teilsanierungen vorzunehmen, um ihre Gebäude auch in Zukunft wirtschaftlich beheizen zu können. Daher ist es von großer Bedeutung, den Bürgern ausreichend Informationen an die Hand zu geben, um sich für Sanierungsmaßnahmen entscheiden zu können. Der kommunale Wärmeplan, welcher in Zusammenarbeit mit der badenovaNETZE GmbH entstand beinhaltet eine Anzahl an sorgfältig ausgearbeiteten Gebäudesteckbriefen, über welche die Bürger eine erste wichtige Orientierung zu den technischen Möglichkeiten, den Einsparpotenzialen und zu den Kosten der Maßnahmen erhalten.

Fachgutachten kommunale Wärmeplanung der Stadt Bad Krozingen

Gebäudesteckbriefe finden Sie hier

Einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) können Sie bei einem bundesweit anerkannten Energie-Effizienz-Experten erstellen lassen. Mehr dazu finden Sie auf der offiziellen Homepage des Bundes.

Hier geht's zur Homepage der Energie-Effizienz-Experten

Alternativ können Sie bei der unten genannten Ansprechpartnerin eine Liste der in der Nähe tätigen, zugelassenen Energieeffizienz-Experten anfordern.

Kontakt Klimaschutzmanagerin

Hintergründe der kommunalen Wärmeplanung

Im Jahr 2022 wurde in Baden-Württemberg das Ziel festgelegt, die Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 zu erreichen. Ein großer Baustein des Gesetzes ist die kommunale Wärmeplanung (KWP), welche den Kommunen eine zentrale Rolle in der Umsetzung zuweist, um die klimaneutralen Wärmeversorgung sowie einen klimaneutralen Gebäudebestand bis zum Jahr 2040 zu erreichen.

Bad Krozingen, Staufen und Hartheim haben sich im März 2023 für diese komplexen Aufgaben zusammengeschlossen (sog. Konvoi), um gemeinsam mit der badenovaNetze GmbH, der Stadtwerken Müllheim Staufen GmbH und weiteren Unternehmen Möglichkeiten der zukünftigen Energieversorgungsstruktur von Bad Krozingen auszuloten. Der Bearbeitungszeitraum belief sich auf ca. 14 Monate.

Aufbau eines kommunalen Wärmeplans

Der Prozess der Kommunalen Wärmeplanung legt dar, wie sich Energiepotenziale und der Energiebedarf systematisch in Einklang bringen lassen. Diese Strategiefindung fand in vier Schritten statt.

Die Bestandsanalyse bildet die Grundlage der kommunalen Wärmeplanung. Zu Beginn wird die Energieinfrastruktur der Kommune und insbesondere die Gebäudesubstanz (von einzelnen Gebäuden) analysiert und die Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort erhoben. Die Gesetzesvorgabe erlaubt es, technische Daten beispielsweise durch Schornsteinfeger abzufragen und den energetischen Ist-Zustand der Gebäude zu erfassen. Diese gebäudescharfen Daten wurden digital mit Hilfe des Geo-Informations-Systems (GIS) in einem sogenannten digitalen Zwilling nachgebildet und ausgewertet.

Insbesondere die Gebäudesanierung wird über eine Einschätzung, welche Potenziale bei der Gebäudesanierung möglich sind, in den Fokus gerückt. Dabei wird der Ist-Zustand mit dem bestmöglichen Sanierungszustand verglichen und Einsparpotenziale identifiziert. Zudem wird analysiert, welche nachhaltigen Abwärme-Potenziale durch die ansässigen Industrie- oder Gewerbebetriebe genutzt werden können. Durch die weitere Analyse, inwieweit erneuerbare Energien wie z.B. Solarthermie, Wasserkraft, Biomasse oder Windenergie verfügbar sind, können Aussagen getroffen werden, wie viel Energiebedarf mit lokalen Ressourcen abdeckbar ist. Bereits bei der Potenzialanalyse wird dargestellt, in welchen Gebieten Wärmeverbünde entstehen könnten und wie die Energieversorgung der Kommune klimaneutral gestaltet werden kann.

Zielszenario für das Jahr 2040

Auf Basis der erhobenen Daten sowie der lokalen Potenziale wird ein Zielszenario für das Jahr 2040 (mit Zwischenschritt 2030) entwickelt. Dieses zeigt auf, wie sich die Energieversorgung der Stadt in Zukunft darstellen kann, welche Energieträger und Ressourcen eine Kommune zur Verfügung hat und wie diese effizient eingesetzt werden.

Im letzten Schritt wird die konkrete Entwicklung einer Wärmewendestrategie dargestellt. Hierbei wird die Stadt in Eignungsgebiete eingeteilt und deren bestmögliche Versorgung aufgezeigt. Somit wird ersichtlich, welche Gebiete für eine zentrale Transformation geeignet sind und welcher Energieträger und welche Technologie sich dort anbieten. Gleichzeitig werden die Gebiete aufgezeigt, bei denen sich eine dezentrale Versorgung besser eignet.

Der Katalog beinhaltet Maßnahmen, mit welchen das Zielszenario erreicht wird. Von diesen werden 5 Maßnahmen bereits in den ersten 5 Jahren nach Erstellung in die Umsetzung kommen und werden daher direkt im Anschluss der Wärmeplanung durch entsprechende technische Planungsleistungen weitergeführt. Der kommunale Wärmeplan ist eine Momentaufnahme. Er muss spätestens bis 2030 fortgeschrieben werden.

Was kann die Wärmeplanung leisten?

Die Wärmeplanung ist ein strategisches Planungstool insbesondere für die Kommunalverwaltung, um Potenziale (auch Sanierungspotenziale) zu ermitteln und konkret und zielführend in Richtung der zukünftig nötigen Änderungen hin- zu einer klimafreundlichen der Versorgungsstruktur zu gehen.

Was kann ich als Bürgerin und Bürger aus der Wärmeplanung entnehmen?

Zum einen können Sie anhand des Gebäudesteckbriefs entnehmen, inwieweit Sie Ihr Gebäude vor einem Heizungstausch sanieren müssen. Zum anderen sehen Sie, ob sich um Ihr Gebäude eventuell ein Wärmenetz entwickeln KÖNNTE. Zur Umsetzung dieser Gebiete werden die 5 Maßnahmen angegangen. In dezentralen Gebieten sind auf jeden Fall Einzellösungen für die Gebäude nötig. Da Wärmenetze mit Verteilverlusten belegt sind, machen sie nicht an allen Stellen technisch Sinn. Sofern sie aber Sinn machen, lohnt es sich für alle Beteiligten die effiziente Technik auch einzusetzen.

Die effizienteste Technik einzusetzen, die Gebäude effizienter zu machen und optimal alle Potenziale z.B. auch Abwärme konkret zu nutzen sind die Wege in eine zukunftsfähige aber auch gegenüber anderen Zuliefererländern unabhängige Energieversorgung, die darüber hinaus auch noch das Klima schont.

Aktuelle Informationen und weitere Hintergründe rund um die Wärmewende finden Sie auch auf der Homepage der Landesenergieagentur KEA-BW.

Hier geht's zur Homepage der Landesenergieagentur KEA-BW