Die kleine Kapelle in Schmidhofen ist einem außergewöhnlichen Patrozinium gewidmet: den Heiligen Felix und Nabor, zwei römischen Soldaten, die um das Jahr 304 bei Mailand wegen ihres christlichen Glaubens hingerichtet worden sein sollen. Diese seltene Heiligenverehrung gelangte vermutlich über das Kloster St. Trudpert nach Schmidhofen.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Kapelle im Jahr 1370. In Schmidhofen rief man Felix und Nabor traditionell bei Ohrenschmerzen um Hilfe an – eine Besonderheit, denn dieses spezifische Patronat ist ausschließlich hier überliefert. Die Forschung vermutet, dass es sich dabei um eine volkstümliche Ableitung aus dem lang gezogenen Namen des Heiligen Nabor handelt.
Ein Wendepunkt in der Geschichte der Kapelle war das frühe 18. Jahrhundert: Zwei angebliche Wunderheilungen Schwerhöriger lösten eine rege Wallfahrt aus. Als Reaktion darauf ließ das Kloster St. Trudpert im Jahr 1759 die Kapelle neu errichten. Nur wenige Jahre später, 1764, wurde für die zahlreichen Wallfahrer die heutige Gastwirtschaft "Storchen" gebaut – ein Ort der Einkehr, der bis heute besteht.
Im Inneren der Kapelle stehen Felix und Nabor als Statuen zu beiden Seiten des Hauptaltars. Am linken Seitenaltar werden zudem die hl. Odilia und die hl. Apollonia verehrt – Heilige, die traditionell bei Augen- und Zahnleiden angerufen wurden.
Die Kapelle von Schmidhofen ist ein eindrucksvolles Zeugnis regionaler Frömmigkeit, gelebter Volksfrömmigkeit und der Heiligenverehrung abseits des Gewöhnlichen.