Nepomukbrücke

Basler Straße, 79189 Bad Krozingen

Die Nepomuk-Brücke – Verbindung über Jahrhunderte

Bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts gab es in Bad Krozingen nur einen einzigen Übergang über den Fluss Neumagen: eine einfache Furt am Kirch- und Burghügel. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde eine erste hölzerne Brücke errichtet – ein wichtiger Fortschritt für den wachsenden Ort.

Mit der Ernennung Bad Krozingens zur Poststation im Jahr 1742 stieg jedoch auch der Verkehr – und die Holzbrücke genügte den Anforderungen bald nicht mehr. Daher wurde zwischen 1753 und 1754 die Neumagenbrücke als massive Steinbrücke mit drei Bögen errichtet – ein Meilenstein der Infrastruktur und ein Ausdruck neuer Selbstsicherheit des Ortes.

Stifter, Kunst und Symbolkraft

Zwei prächtige Skulpturen schmücken die Brücke: eine Immaculata (Maria ohne Erbsünde) und der heilige Johannes Nepomuk, Schutzpatron der Brücken und Flüsse. Sie wurden gestiftet von Josef Moser, dem Vogt von Bad Krozingen, und Antonius Berne, dem Vogt von Offnadingen.

Zur Ausführung beauftragte man keinen Geringeren als Johann Baptist Sellinger – den renommiertesten Bildhauer des Breisgaus seiner Zeit. Er schuf die beiden Figuren mit großer Detailtiefe und religiöser Ausdruckskraft.

Zerstörung und Rettung

Im Jahr 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde die Brücke von deutschen Truppen gesprengt, um den Vormarsch der Alliierten zu behindern. Doch trotz der Explosion gelang dem Krozinger Bauunternehmer Willi Ruch ein kleines Wunder: Er konnte beide Statuen unversehrt bergen und retten.

Nach dem Wiederaufbau der Brücke im Jahr 1954 fanden die geretteten Skulpturen wieder ihren Platz – als stille Zeugen der Geschichte und Symbole für den Wiederaufbau.

Die Nepomuk-Brücke ist heute mehr als nur eine Flussquerung – sie ist ein Stück lebendige Geschichte, ein Ort der Kunst und ein Denkmal für die Kraft der Verbindung – über Wasser, Zeit und Zerstörung hinweg.