Staatlich anerkanntes Heilbad

Entwicklung der Großen Kreisstadt Bad Krozingen als Kurort

Die Geburtsstunde Bad Krozingens als Kurort schlug in der Nacht vom 25. auf den 26. November 1911 unter dramatischen Umständen. Eigentlich befand man sich auf der Suche nach Öl, als man in einer Tiefe von 684 Metern (Bohrung II) stattdessen auf eine gewaltige Mineral-Thermalquelle stieß. Augenzeugenberichte aus jener Zeit schildern einen ein Meter hohen Quellstrahl und eine mächtige Dampfwolke, die den Bohrturm einhüllte. Dieser glückliche Zufall markierte den Beginn einer beispiellosen Transformation. Bereits 1914 wurde das erste Badehaus errichtet, da man schnell erkannte, dass das kohlensäurereiche Wasser bei Leiden wie Rheuma, Arthrose, Venenerkrankungen und Erschöpfungszuständen hilft. In den späten 1920er Jahren blühte das gesellschaftliche Leben rund um die Kur auf, was 1933 folgerichtig zur Verleihung des Prädikats „Bad“ führte. Während des Wirtschaftswunders der 1950er, 60er und 70er Jahre festigte die Stadt ihren Ruf durch den Aufbau hochspezialisierter Fachkliniken, die Bad Krozingen zu einem medizinischen Kompetenzzentrum von internationalem Rang machten.

Ein entscheidender Wendepunkt der jüngeren Geschichte war das Jahr 1995, als das neue Mineral-Thermalbad offiziell unter dem heute weit über die Region hinaus bekannten Namen „Vita Classica“ eröffnet wurde. Damit begann eine Ära stetiger Expansion: 1998 folgte die offizielle Einweihung des Saunaparadieses, das bereits 2003 zum zweiten Mal erweitert wurde, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Ein besonderer Meilenstein für das Wohlfühl-Konzept war das Jahr 2001 mit der Einweihung des neuen Wohlfühlhauses, das mit dem Japanischen Bad erstmals fernöstliche Entspannungstraditionen integrierte. Diese internationale Ausrichtung wurde 2006 konsequent fortgesetzt: Die Vita Classica erhielt ein zweites Außenbecken sowie ein Indisches und ein Türkisches Bad als exklusive Wellness-Angebote. Nur ein Jahr später, 2007, wurde das Saunaparadies bereits zum dritten Mal vergrößert – diesmal um einen großzügigen Außenbereich mit einem authentischen japanischen Ruhehaus.

Das Jahr 2011 markierte einen doppelten Höhepunkt in der Stadtgeschichte. Während Bad Krozingen stolz das 100-jährige Thermalquellenjubiläum feierte, wurde gleichzeitig die umfassend modernisierte Vita Classica eingeweiht. Mit neuen Umkleidekabinen, einem speziellen Therapiebecken, einer Kabine für Sole-Sauerstoff-Anwendungen, zusätzlichen Massageräumen, einem Vortragsraum sowie einem innovativen 3D-Kino setzte das Haus neue Maßstäbe. Auch das Thema Nachhaltigkeit rückte mit der Installation von Solar-Röhrenkollektoren zur Duschwassererwärmung technisch in den Fokus. Während langjährige Gäste noch immer auf die originalen Wannenbäder schwören – wo das Mineral-Thermalwasser direkt verkostet werden kann –, nutzen heute auch Spitzenathleten wie der Olympiasieger Georg „Schorsch“ Hettich das Wasser zur Regeneration. Diese Expertise floss direkt in neue Angebote wie AquaCycling und spezialisierte Aqua-Fitness-Kurse ein, die heute in der modernen Dünenhalle stattfinden.

Ein weiteres Kapitel wurde am 17. Oktober 2022 mit der feierlichen Einweihung der jüngsten Thermenerweiterung aufgeschlagen. Nach zwei Jahren Bauzeit bietet die Vita Classica nun ein beeindruckendes Schwimmer-Außenbecken, das mit 17 Metern Länge sportliches Schwimmen bei angenehmen 24 Grad Celsius ermöglicht. Die Beheizung erfolgt rein regenerativ über Sonnenenergie und die natürliche Restwärme des Thermalwassers. Ergänzt wird dieser Bereich durch eine Kaminlounge, einen Pflanzen-Ruheraum, die Dünenhalle und eine exklusive Gastronomie. Ein absolutes Highlight sind die drei neuen Premium Spas – das Sylt Spa, das Floating Spa und das Bali Spa. Zudem wurde im zweiten Obergeschoss eine über 200 m² große Kur- und Hausarztpraxis sowie ein modernes Yoga-Studio integriert. 

Bad Krozingen beweist damit eindrucksvoll, dass ein staatlich anerkanntes Heilbad modern, nachhaltig und lebendig zugleich sein kann.

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