Ultraschall-Wasserzähler für Bad Krozingen


Diese Ultraschall-Wasserzähler messen die Dauer eines Schallsignals im Messrohr innerhalb des Zählers im Laufzeitdifferenzverfahren. Bewegt sich das Wasser, dauert es länger bis das Schallsignal vom Sender an den Empfänger gelangt. Durch diese Methode  lässt sich die bezogene Wassermenge ohne An- und Nachlaufverluste exakt messen.
Mit der neuen Ultraschalltechnik können die Zählerstände künftig mittels eines Funksignals von der Straße aus abgelesen werden. Eine Ablesung dauert bei den rund 4.800 geplanten Ultraschall-Zählern somit nur noch wenige Arbeitstage und wird im Januar durchgeführt. Damit werden die genauen Endstände des Dezembers zum 31.12. um 24 Uhr ausgelesen. Bei der bisherigen manuellen Ablesung wird ein Zeitraum von Mitte November bis Ende Dezember benötigt und die abgelesenen Werte werden auf den Endstand hochgerechnet. Die Ultraschall-Wasserzähler werden vakuumverschweißt (inklusive Zertifikat zur mikrobiologischen Untersuchung) geliefert. Sie laufen mit einer Batterie, die bis zu 16 Jahre hält.
 
Die Zähler liefern einen exakten Wert und können weitere Daten wie Manipulations­versuche, Trockenlaufen und Mindestwassertemperatur anzeigen. Über eine optische Auslesemöglichkeit am Zähler vor Ort ist bei Fragen auch eine Ganzjahres­verbrauchs­kurve möglich. Mit den gemessenen Daten kann somit ein möglicherweise erhöhter Wasserverbrauch erklärt werden. Diskussionen über die Verbrauchsmenge werden weniger. Bei Verdacht von Rohrbrüchen oder bei einer routinemäßigen Fahrt können Leckagen aufgespürt und dem Kunden somit hohe Wasserrechnungen erspart werden.

Die Funkbelastung ist mit 0,01 W je Sendung mit 0,01 sek Dauer im 16 Sekunden-Rhythmus, also 0,54 Ws pro Tag, sehr gering. Ein Handy hat im Vergleich eine Sendeleistung von 2 W (Faktor 200!). Somit wäre ein Telefongespräch von einer Minute mit vier Tagen Zählersendeleistung zu vergleichen. WLAN wird mit 1 bis 10 W betrieben.
 
Bei Telefongeräten mit Basisstation werden 10 bis 50 W angegeben, Induktionsherde haben zwischen 2.000 W und bis zu 7.500 W Leistung. Es besteht die Möglichkeit, die Funkmeldung auszuschalten, dann muss jedoch manuell abgelesen werden. Diese Ablesung muss separat in Rechnung gestellt werden, die Stadtverwaltung geht augenblicklich von rund 30 Euro Kostenersatz aus.

Der Datenschutz ist bei den Ultraschall-Wasserzählern über eine 128 AES Bit-Verschlüsselung und einer Einweg-Kommunikation gesichert. Per Funk können nur Gesamtmonatswerte und die Wasssertemperatur sowie ein Alarmsignal für mögliche Rohrbrüche oder Manipulationen überermittelt werden, weitere Informationen können über eine optische Auslesung direkt am Zähler vorgenommen werden. Die im Funksignal enthaltene Verschlüsselung wird für den jeweiligen Wasserversorger mit jeder Lieferung separat beim Einbau freigeschalten. Auch wenn eine Nachbargemeinde die gleichen Zähler vom gleichen Lieferanten einbauen lassen würde, könnte ein Mitarbeiter nur ein Datenrauschen empfangen. Nur mit dem Freischaltcode für Bad Krozingen kann die Auslesung vorgenommen werden. Die Datenverschlüsselung (encryption code) hat das Niveau der EC-Karte.

Die Kosten belaufen Sie auf 79 Euro pro Zähler. Die Stadt Bad Krozingen wird ihre rund 4.800 Zähler in den Haushalten nach und nach ersetzen, jedes Jahr zwischen 800 und 1.000 Stück, wodurch sich die Anschaffungskosten über vier bis fünf Jahre verteilen werden. Die jährlichen Kosten sind deshalb bei den neuen Zählern nicht höher als bei den alten. „Wir werden die Zählergebühr aufgrund des neuen Zählers für den Verbraucher nicht erhöhen“, so Bürgermeister Volker Kieber.
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