380.000 Euro für die Entwicklung einer multisensoriellen Fußorthese


„Das ist realer Technologietransfer - Wissen wird zwischen Hochschule und Wirtschaftsunternehmen ausgetauscht und weiterentwickelt“, freut sich Prof. Alfred Isele, der Dekan der Fakultät Maschinenbau und Verfahrenstechnik (M+V) an der Hochschule Offenburg über die Förderung. Aktuell werden an der Hochschule Offenburg 18 ZIM-Projekte bearbeitet. Zustande kam die Zusammenarbeit der Wissenschaftler und der Firma Seifert Technische Orthopädie durch die Initiative von Isele und dem Bad Krozinger Bürgermeister, Volker Kieber. Dieser lud die Wissenschaftler ein, mit ihm die Bad Krozinger Firma zu besuchen. Resultat des Gedankenaustausches ist ein Projektantrag zur Entwicklung einer Orthese. „Ich freue mich sehr, dass der Forschungsantrag bewilligt wurde und die Hochschule Offenburg nun gemeinsam mit der in Bad Krozingen ansässigen Firma Seifert Technische Orthopädie forschen kann“, so Bürgermeister Volker Kieber. „So können Spitzentechnik und Hochleistungsmedizin in Bad Krozingen ausgebaut und innovatives Potenzial gebündelt werden. Denn nur dann können wir unseren Gesundheitsstandort stetig weiterentwickeln. Im Standortwettbewerb kommt es immer darauf an, Kernkompetenzen zu identifizieren, Cluster zu bilden und die vorantreibenden Energien zu stärken und zu vernetzen“, so Kieber. Das Kompetenzfeld Gesundheitswirtschaft ist mit über 2.000 Beschäftigten hier die bedeutendste Branche.
 
Eine Orthese ist ein Exoskelett, also eine elektromechanisches System, das ein vorhandenes Gelenk unterstützt. Diese soll Patienten, die beispielsweise nach einem Schlaganfall ein gelähmtes Fußgelenk haben, beim Laufen unterstützen. Von Seiten der Hochschule betreut das Projekt unter anderem Prof. Dr. Ulrich Hochberg. Der erwartete Erkenntnisgewinn wird dabei auch in die Entwicklung humanoider Roboter einfließen. Im Falle des nun bewilligten ZIM-Forschungsprojekts zur Entwicklung des multisensoriell gesteuerten Orthesenknöchelgelenks sind neben der Biomechanik auch die Mechatronik und der Maschinenbau beteiligt. Die Biomechanik gilt im Zuge des demografischen Wandels als großer Wachstumsmarkt. „Junge Menschen haben hier die besten Berufsaussichten“, wirbt der Dekan für die Studiengänge Biomechanik, Mechatronik und Maschinenbau. Dass der ZIM-Antrag nun bewilligt wurde, kommt auch den Offenburger Studierenden dieser Fächer zugute: Neben zwei Professoren der Fakultät M+V und zwei Assistenten werden auch Studierende mit einer themenspezifischen Abschlussarbeit in den nächsten zwei Jahren an dem Projekt forschen können. Seitens der Firma Seifert arbeiten ebenfalls zwei bis drei Mitarbeiter an der Entwicklung der Orthese mit. Das ZIM-Projekt läuft bis 2019.

Seifert – Technische Orthopädie
Bewegung durch Orthopädie

Auf 800 m² barrierefreier Fläche, setzt das zwanzigköpfige Team durch fachliche Kompetenz, langjährige Erfahrung und neueste Technologien modernste orthopädietechnische Versorgungen um. „Unser Schwerpunkt liegt auf innovativer technischer Orthopädie“, beschreibt Geschäftsführer und Orthopädietechnikermeister Wolfgang Seifert das Konzept des im Januar 2012 neu eröffneten Betriebes in Bad Krozingen. Gemeinsam mit seiner Tochter Mona Seifert (OTM) und dem Leiter der Prothetik Marcus Stimpfig (OTM) führt er das erfolgreiche Unternehmen. Mit Jürgen Leimgruber (OTM), Leiter des technischen Ateliers und Spezialist auf dem Gebiet der Orthetik, ist die Führungsriege komplett. Mit Hilfe von Fußdruckmessungen und High-Speed-Kameratechnik können im hausinternen Bewegungsanalyselabor individuell angepasste Einlagen gefertigt werden. Auch hochwertige Bandagen werden von Seifert und seinem Team individuell an den Kunden angepasst. Silikon spielt in der technischen Orthopädie eine immer größere Rolle: Im eigenen Silikonlabor fertigt Mona Seifert mit dem Team Finger-, Teilhand- und Vorfußprothesen. Eine international anerkannte Orthesenklassifikation für Lähmungspatienten entwickelte Seifert im Jahr 2001 gemeinsam mit Dr. med. Friedemann Steinfeldt vom Gustav-Carus-Universitätsklinikum in Dresden. Dabei spielt der von Seifert etablierte Einsatz von Prepreg-Carbonfaser-Werkstoffen eine herausragende Rolle, da er das Gewicht der Orthese erheblich reduziert und den Tragekomfort durch patentierte Carbonfedern für Lähmungspatienten erheblich verbessert. Zertifizierungen für Hightech Prothesen-Kniegelenke und computergesteuerte Armprothesen sichern die hohen Qualitäts­ansprüche der Prothesenkunden. An der jüngsten Zertifizierung, für das „Genium“-Kniegelenk, der weltweit marktführenden Firma Otto Bock, ist Seifert Technische Orthopädie einer der 28 Betriebe deutschlandweit, die für die Markteinführung qualifiziert wurden.
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