Breitband Schnelles Internet wird heute zur praktisch Daseinsvorsorge gezählt. Der Ausbau schneller Verbindungen ist aber sehr teuer, vergleichbar mit dem Ausbau eines völlig neuen Stromnetzes. Die Kosten sind mit dem Ausbau eines Neubaugebietes nicht vergleichbar weil in den Bestand eingegriffen werden muss, bestehende Straßen und Wege angeschnitten werden und andere Versorgungsleitungen berücksichtigt werden müssen.
Die technisch beste Lösung mit wirklicher Zukunftssicherheit ist ein Glasfaseranschluss direkt ins Haus. Die Umsetzung eines Glasfasernetzes mit direktem Anschluss der Gebäude (FTTB) ist aufgrund EU-rechtlichen Bestimmungen nicht überall möglich.

Deshalb haben wir den Ausbau der Glasfaserleitung bis zum Kabelverzweigerkasten (KVZ) der Telekom geplant und von dort mit der bestehenden Telekomleitung in das Gebäude (FTTC). Allerdings durften wir aus rechtlichen Gründen nur in Biengen den FTTC-Ausbau machen. Hiermit gibt es jetzt sofort sicherlich eine Lösung der Probleme. Langfristig wird aber der Glasfaserausbau ins Gebäude folgen. Das Breitbandnetz in Glasfasertechnik wird auch als Next Generation Network bezeichnet, also als die Technik, die bereits jetzt für die zukünftigen Anwendungen ausreicht. Damit sind die neuen Techniken wie Cloud-Dienste, IP-TV oder Video on Demand ohne Einschränkungen möglich. Höhere Bandbreiten können ohne weiteres, zu anderen Konditionen, angeboten werden. Das Glasfasernetz bis ins Gebäude ist die einzige zukunftsfähige Antwort auf die Internetprobleme. Die hohen Investitionen sind ohne Fördermittel nicht umsetzbar. Die Fördermittel sollen ermöglichen, dass die Maßnahmen in einem gewissen Zeitraum innerhalb der Nutzungsdauer (ca. 30 Jahre) durch die Pacht refinanziert werden ohne eigene Steuermittel dafür einzusetzen. Es herrscht Konsens, dass Steuermittel nicht für ein Glasfasernetz verwendet werden sollen. Der Haushalt der Stadt ist und bleibt schon bei den anstehenden Aufgaben so angespannt, dass eine Verwendung von Geldmitteln für andere Dinge nicht möglich ist.

Gemäß den Bestimmungen des Grundgesetzes dürfen wir dieses Netz nicht selbst betreiben, sondern müssen den Betrieb in einem Wettbewerbsverfahren ausschreiben. Bei der europaweiten Ausschreibung des Netzbetriebs werden neben einem Pachtentgelt auch die Preise für den Kunden mit ausgeschrieben. Die Vergabe erfolgte aufgrund einer Punkteliste die sich aus der Bewertungsmatrix ergibt. Hier wurde z.B. auch abgefragt ob der Betreiber die technischen Voraussetzungen erfüllt.