Sonderausstellung „Burg und Bergbau am Birkenberg bei Bollschweil-St. Ulrich“ im Stadtmuseum Bad Krozingen vom 21. Mai 2017 bis 03. Juni 2018 

Sonderausstellung:
„Burg und Bergbau am Birkenberg bei Bollschweil-St. Ulrich“ im Stadtmuseum Bad Krozingen vom 21. Mai 2017 bis 03. Juni 2018

Führungs-Termine in der Sonderausstellung im
Stadtmuseum Bad Krozingen,  jeweils 15 Uhr:

Sonntag 18.6.2017:
Heiko Steuer
Sonntag 2.7.2017: Casimir Bumiller
Sonntag 16.7.2017: Heiko Steuer
Sonntag 30.7.2017: Christel Bücker


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Das Stadtmuseum befindet sich im historischen Litschgi-Haus. Das zweiteilige Barockgebäude wurde im 17. Jahrhundert von der Savoyardenfamilie Litschgi, die auch unter der Bezeichnung "Fugger des Breisgaus" bekannt wurden, erbaut.

Mit zahlreichen Funden der archäologischen Ausgrabungen vor Ort zeigt das direkt an der ehemaligen Römerstraße, der heutigen B3 liegende Stadtmuseum, die römische Vergangenheit und das römische Alltagsleben von Bad Krozingen. Im Vordergrund der Ausstellung stehen Funde aus dem römischen Töpfereiviertel, dessen Produkte bis weit in die Schweiz hinein großen Absatz fanden. Annähernd römisches Ambiente bietet der ehemalige Verkaufsraum des barocken Litschgi-Hauses, der unter anderem mit Rekonstruktionen einer römischen Küche und einem Spieltisch an ein römisches Gasthaus erinnern soll, wie sie wohl zahlreich im römischen Ort anzutreffen waren. Dort konnten sich Reisende und Händler mit Dienstleistungen aller Art versorgen. Entlang der Fernstraße im Ortsbereich reihten sich gewerbliche Betriebe wie Töpfereien, Schmiede, Knochenschnitzer, Wagenbauer, Händler und Ratsstätten mit Garküchen aneinander.

Im Untergeschoss des Stadtmuseums ist die Geschichte von "Bad Krozingen" vor der ersten urkundlichen Erwähnung in zwei Bereichen zu sehen. In der im Mai 2012 eröffneten Abteilung können stein- und bronzezeitliche Funde besichtigt werden, die eine sehr frühe Besiedlung des Raumes am Oberrhein nachweisen. Zudem wird auf die keltische Phase der Region eingegangen.

Die andere Dauerausstellung "Bad Krozingen - älter als 1200 Jahre gewährt Einblicke in die Geschichte von "Scrozzinga" vor der Ersterwähnung um 799. Die wertvollen Grabbeigaben machen Bad Krozingen zu einem der wichtigsten Fundplätze des frühen Mittelalters im südlichen Oberrheintal, die auf eine einflussreiche Bevölkerung im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. schließen lassen. Im Zentrum der Ausstellung steht eine wieder aufgebaute Grabkammer aus Stein mit dem Skelett einer Frau, die um 700 nach Christus lebte und mit reichen Beigaben und christlichen Schmuckstücken fürs Jenseits ausgestattet ist. Erstmals ausgestellt werden außerdem die Funde von der Ausgrabung der Siedlungsreste bei der Glöcklehofkapelle.


Seit dem 12. Mai 2013 ist im Untergeschoss des Stadtmuseums eine Ausstellung zu sehen, welche das Leben und Werk der lettische Autorin Zenta Maurina zum Thema hat. Unter anderem können persönliche Exponate besichtigt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, mittels der ausgestellten Bücher sowie einer Hörstation sich näher mit dem Werk dieser großen Schriftstellerin zu beschäftigen.

Zenta Maurina wurde am 15. Dezember 1897 in der lettischen Kleinstadt Grobina bei Libau geboren. Im Alter von fünf Jahren erkrankte sie an spinaler Kinderlähmung und war seitdem auf den Rollstuhl angewiesen. Trotz dieses Handicaps war sie die erste Frau, die in Lettland promovierte. 1944 flüchtete sie mit ihrem Lebensgefähren und späteren Ehegatten Konstantin Raudive nach Deutschland. Seit 1946 befand sie sich im schwedischen Exil. Zenta Maurina arbeitete als freie Schrifstellerin und war Gastdozentin für russische Literatur an der Universität in Uppsala/Schweden. Seit 1965 lebte sie in Bad Krozingen und ist am 25. April 1978 in Basel verstorben.

Zenta Maurina wurden viele Ehrungen zuteil. u. a. die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse im Jahre 1968. Ihre Romane, Erzählungen und Essays sind durch die subtile Deutung von geistigen Werken und der Mahnung zum Humanismus geprägt. In ihren Büchern vermittelt sie Lebensfreude und es gelingt ihr, trotz selbst zu erduldender Schmerzen anderen Menschen Mut zu machen.

Die Ausstellung widmet sich auch dem literarischen und parapsychologischen Werk Konstantin Raudives.              

Rekonstruktionsversuch eines Ordensgewands der Benediktiner von St. Blasien im 18. Jahrhundert


Die neueste Abteilung des Stadtmuseums befasst sich mit dem Leben und Wirken des Geistlichen Pater Marquard Herrgott.

Herrgott war Benediktinermönch, Historiker und Gesandter am Wiener Hof sowie zuletzt Propst in Krozingen. Nach seinem Studium in Freiburg und Straßburg trat er in das Benediktinerkloster St. Blasien ein. Von 1728 bis 1750 war er als diplomatischer Vertreter der Breisgauer Stände am kaiserlichen Hof in Wien. Dort begann er ausgiebige Studien zur Geschichte des Hauses Habsburg, die er in den folgenden Jahrzehnten in prachtvollen Luxusausgaben zum Druck brachte. Inhaltlich äußerst sorgfältig gearbeitet, gehörten seine Werke bis in die Gegenwart zu den Standardwerken der südwestdeutschen Geschichtsforschung. Aller Anerkennung für seine Bücher zum Trotz machte sich Herrgott am Wiener Hof missliebig und wurde vom Kloster St. Blasien daraufhin 1750 auf die Propstei Krozingen versetzt, wo er bis zu seinem Tod lebte. Die Propstei (das heutige Schloss) und die Schlosskapelle Krozingen brachte er in einer großen Umbaumaßnahme in ihre heutige Gestalt.

Das Stadtmuseum Bad Krozingen ist Mitglied des Oberrheinischen Museumspasses. Dieser kann natürlich auch im Stadtmuseum erworben werden.