Die Stadt Bad Krozingen ist reich an Kultur und Geschichte. Entdecken Sie bei Ihrem nächsten Stadtbummel die Bad Krozinger Sehenswürdigkeiten.

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Bad Krozingen bietet seit dem 01. August 2016 einen kostenlosen Stadtrundgang  auf Deutsch, Englisch und Französisch an. Anhand von 27 Stationen können Sie sich mit Ihrem Smartphone durch Bad Krozingen und die Teilorte führen lassen. Mit Hilfe von QR-Codes an den Sehenswürdigkeiten und einer Onlineplattform bekommen Sie Informationen zu interessanten Gebäuden und Sehenswürdigkeiten dort angezeigt, wo Sie sich gerade aufhalten.

Bild vom QR-Code der virtuellen Stadtführung

Hier gelangen Sie zu der virtuellen Stadtführung. 

Eine kleine Auswahl der Sehenswürdigkeiten in der Kernstadt und in den Teilorten finden Sie hier aufgelistet.  
Die schon 1144 erstmals erwähnte Pfarrkirche St. Alban musste nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg neu aufgebaut werden; möglicherweise stammt aber der Stumpf des Kirchturms noch aus hochmittelalterlicher Zeit. Dem Mangel nach dem Krieg entsprechend ist das Gebäude in sehr einfachen Formen gehalten; Anfang des 18. Jahrhunderts wurde es durch die Neugestaltung der Decke des Langschiffs und des Chors barockisiert. Zur Erweiterung errichtete man 1932 Seitenschiffe. Mit großer Not konnte das Gotteshaus bei einem Großbrand 2002 gerettet werden.

Das Patrozinium der Kirche, der heilige Alban, belegt für das Hochmittelalter die Verbindung der Kirche zum Bistum Basel, wo Alban seit dem 11. Jahrhundert verehrt wurde. In späterer Zeit erlangte das Kloster St. Trudpert im Münstertal das Recht, den Pfarrer einzusetzen. Bis zur Säkularisierung des Klosters 1806 waren daher Benediktiner als Pfarrer in Krozingen tätig. Unter den seit 1810 eingesetzten weltlichen Geistlichen ragt Joseph Vomstein (Pfarrer 1920-1950) heraus, der die Kirchenerweiterung von 1932 durchführte und das Pfarrzentrum Albaneum gründete. Ihm, dem Ehrenbürger der Stadt, ist heute die Straße am Albaneum gewidmet.

Man nimmt an, dass im Hochmittelalter neben der Kirche im Bereich des heutigen Rathauses ein Herrenhof stand. Kirche und Herrenhof lagen auf einer kleinen, hochwassersicheren Anhöhe über einer Furt über den Neumagen. Die Bedeutung des Platzes im Hochmittelalter ist durch einen Aufenthalt Bernhards von Clairvaux belegt, der hier 1146 oder 1147 predigte. Der Herrenhof wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Kirche und Hof waren mit einer Mauer und einem Wassergraben umgeben (die heutige Grabenstraße), den man im 18. Jahrhundert verfüllte.

Die katholische St. Alban-Pfarrkirche ist urkundlich im Jahre 1144 erstmals erwähnt. Der erste Kirchenbau an dieser Stelle erfolgte zeitlich früher; doch der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt. Bemerkenswert ist die Lage der Kirche unweit vom Fluß Neumagen auf einer Sandbank. Die jetzige Kirche wurde um 1726 eingeweiht, allerdings nur ein schmales Langhaus, dessen Seitenwände dort standen, wo jetzt die Säulen stehen. Die Seitenschiffe wurden erst zu Beginn der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts angebaut und Weihnachten 1932 eingeweiht.

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In einer kleinen, aber malerischen Anlage stehen um die Pfarrkirche einige Grabsteine, unter denen die vom Klassizismus geprägten Stücke hervorzuheben sind, so der Stein für Johann Franz Anton von Litschgi (gest. 1786). Sie stammen aus der Werkstatt des Freiburger Steinhauers Hauser. Abgerundet wird die Anlage durch den 1670 von dem Krozinger Handelsherrn Johann Litschgi gestifteten Ölberg an der Südseite der Kirche.

Der Grabstein eines der bedeutendsten Krozinger, des Ortsherrn Johann Heinrich von Landeck (gest. 1572), der der Gemeinde Krozingen und der Universität Freiburg eine großzügige Schul- und Stipendienstiftung hinterließ, ist dagegen im Inneren der Kirche aufgestellt.
Seit 1807 durfte die Gemeinde Krozingen Jahrmärkte abhalten, die man auf einen Platz westlich der viel befahrenen Basler Landstraße legte. Nach der Gastwirtschaft Lamm, dem heutigen Haus zum Lamm am Ausläufer des Platzes zur Basler Straße, erhielt der Platz den Namen Lammplatz. Die zentrale Bedeutung des Platzes für die Stadt wurde 1984 durch die Eröffnung einer Fußgängerzone  unterstrichen.            

Pfirt'sches Schlösschen, heute Volksbank (Lammplatz)

An der Südseite des Lammplatzes steht ein mächtiges, fast quadratisches Gebäude mit einem großem Walmdach, in dem heute die Volksbank untergebracht ist. Dicke Mauern und eher kleine Fenster verleihen dem Haus einen trutzigen Charakter. Von außen lassen sich an dem Gebäude drei Bauphasen unterscheiden. Der älteste Teil des Gebäudes ist die nach Norden auskragende Mauer, deren Buckelquader auf ein hohes Alter schließen lassen; vielleicht reicht dieser Teil des Gebäudes noch in das Hochmittelalter zurück. Die Mauer war zweifelsohne Teil eines bedeutenden, wehrhaften Baus. Spätgotisch ist das heute von einem modernen Glasgang überdeckte frühere Haupteingangsportal auf der dem Platz abgewandten Südseite. Im Jahr 1722 erfuhr das Gebäude, wie die Inschrift über diesem spätgotischen Türportal zeigt, schließlich noch einen weiteren Umbau. Die Ausschmückung des Eingangsbereichs und die Ausführung in Stein weist das Haus als einen Adelssitz aus. Tatsächlich war hier stets Sitz der Ortsherrschaft von Krozingen. Nach den Herren von Pfirt, die die Ortsherrschaft von 1660 bis 1806 innehatten, wird das Gebäude als Pfirt'sches Schlösschen bezeichnet. Im 19. Jahrhundert privatisiert, wurde hier lange das Schloss-Café betrieben. 1988 erwarb die Volksbank das Gebäude und baute es grundlegend um.  

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Das 1578-1579 errichtete Gebäude diente Kloster St. Blasien als Sitz für die Verwaltung der Klostergüter in der Oberrheinebene und am Kaiserstuhl, im 18. Jahrhundert ließ das Kloster von hier  aus auch die Geschäfte des Statthalters der Herrschaft Staufen und Kirchhofen führen. Als Leiter der Verwaltungsstelle wurde ein Propst eingesetzt, der selbst Mönch war. Bekanntester Propst war der gelehrte Pater Marquardt Herrgott (1694-1762), der in Krozingen von 1748 bis zu seinem Tod lebte. Herrgott war unter anderem Verfasser großer Werke zur Geschichte des Hauses Habsburg, die in luxuriöser Ausstattung gedruckt wurden.

Nach der Auflösung des Klosters ging die nunmehr als Schloss bezeichnete Propstei 1807 an die Familie von Schauenburg, der später weitere Adelsfamilien folgten. Heute ist das Schloss im Besitz der Familie Gombert. Seit 1974 ist im Schloss die herausragende Sammlung historischer Tasteninstrumente untergebracht, die von Fritz Neumeyer (1900-1983), Rolf Junghanns (1945-1993) und Bradford Tracey (1951-1987) aufgebaut wurde. Sämtliche Instrumente sind - eine Besonderheit der Krozinger Sammlung - bespielbar. Sie stehen im Mittelpunkt der Bad Krozinger Schlosskonzerte, bei der namhafte Künstler die alten Instrumente wieder zum Leben erwecken.

Das einfach gehaltene Gebäude besitzt wie zahlreiche Herrschaftssitze in Südbaden in der Mitte einen Treppenturm, einen Schneck. Das in der Mitte des Treppenturms angebrachte Relief zeigt das Wappen des Abts Kaspar II. von St. Blasien mit dem Baujahr. Am Turmfuß findet sich ein merkwürdiger Reliefstein mit dem Allianzwappen der Herren von Krozingen und von Falkenstein. Der Stein von unbekannter Herkunft wurde angeblich erst im 19. Jahrhundert dort eingemauert. Pater Marquart Herrgott veranlasste um 1750 einen Umbau des Schlosses. Die großzügige Neugestaltung des Südgiebels erzwang den Neuaufbau des Dachs, das anstelle von Treppengiebeln nunmehr ein breites Walmdach erhielt. Im Inneren wurden die Räume völlig umgestaltet und mit Stuck verziert. Die Wohnung des Propsts befand sich im ersten Obergeschoss, während die heute für die Schlosskonzerte genutzten Räume dem Abt zur Verfügung standen. Der große Festsaal mit seinen auf Leinwand gemalten Jagdszenen und der Stuckdecke gibt ein schönes Bild des adelsähnlichen Herrschaftsanspruchs der in den Fürstenstand erhobenen Äbte.
         
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Die Fridolinskapelle ist das Zentrum des Krozinger Ortsteils Kems, im Volksmund liebevoll der Kemser Dom genannt. Die Kapelle steht mitten auf einer Straßenkreuzung. Der in Bad Säckingen beerdigte Fridolin wird in Kems seit Jahrhunderten verehrt; vielleicht ein Beleg für einen möglichen Aufenthalt des Heiligen in Krozingen.

Die heutige Kapelle wurde jedoch erst Kapelle 1737 errichtet. Der Altar ist freilich älter. Er stammt aus dem Jahr 1602 und stand zuvor in der Schlosskapelle. Er dürfte eine Nachbildung des großen Hauptaltars sein, den der Konstanzer Hans Morinck für die Klosterkirche St. Blasien geschaffen hatte und der beim Brand des Klosters 1768 unterging. Der Altar zeigt die Krönung Mariens durch Gottvater, Christus und den Heiligen Geist (Taube), unten die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Zu den Seiten des Altars stehen links der heilige Martin mit dem Bettler und rechts die heilige Barbara. Als Künstler könnte der Staufener Bildhauer Gideon Rosenbacher vermutet werden, der in dieser Zeit für St. Blasien arbeitete.

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Die Glöcklehofkapelle, ein äußerlich unscheinbares, aus Feldsteinen aufgemauertes Gebäude, birgt in ihrem Inneren Bad Krozingens kostbarstes Kleinod. 1936 wurden in der kleinen Kirchenapsis  Wandmalereien aufgedeckt, die nach neueren Forschungen in das frühe 11. Jahrhundert datiert werden können. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers, links seine Enthauptung durch das Schwert, rechts das Gastmahl des Herodes mit dem Tanz der Salome, wobei sich die Blicke der Anwesenden auf das auf einer Schale überreichte Haupt des Täufers richten. In der Mitte steht Johannes zur Rechten des richtenden Christus in der Mandorla. Stilistisch werden die Malereien in die Nähe von Buchmalereien der Klöster St. Gallen und Reichenau gestellt. Dies scheint umso wahrscheinlicher, als der benachbarte Glöckle- oder Ulrichshof früh als Besitz von Kloster St. Gallen nachgewiesen ist. Erst im 18. Jahrhundert erhielt die Kapelle das Patrozinium des heiligen Ulrich.

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Bad Krozingen besaß seit alter Zeit einen Mühlkanal, der in Oberkrozingen vom Neumagen abzweigt und im Bereich der Basler Straße wieder in den Fluss mündet. Der Mühlkanal trieb zeitweise vier Mühlen. Am Besten erhalten ist die Mühle in der Litschgistraße, die nach ihren Besitzern Litschgi- oder Hofmann-Mühle genannt wird. Sie lässt sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen; spätestens 1662 war sie im Besitz der Kaufmannsfamilie Litschgi. 1732 erneuerte der damalige Inhaber, Johann Jakob Litschgi, das Gebäude grundlegend, wie sein Wappen mit der Jahreszahl im Türsturz ausweist. Auch die Hofeinfahrt links zeigt das Wappen der Litschgi. Mit der Einführung neuer Energiearten wie Dampf und Strom wurde die Nutzung der Wasserkraft überflüssig. Gegen die Konkurrenz großer Industriemühlen konnte sich in Bad Krozingen nur eine Mühle halten, dagegen musste die Litschgi-Mühle bereits 1917 den Betrieb einstellen. Überlegungen in den 1960er Jahren zu einer Verdohlung des Mühlgrabens wurden glücklicherweise nicht weiter verfolgt. In den 1970er Jahren renovierte Claus Hofmann das Anwesen liebevoll und setzte ein in Gütighofen erworbenes Mühlwerk ein.

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Einige Jahre nach dem Mühlenbau, 1738, wurde die von Litschgi unmittelbar über dem Mühlbach gegenüber der Mühle errichtete Kapelle zu Ehren des hl. Nepomuk geweiht. Das Altarbild der Kapelle von Simon Göser befindet sich heute im Augustiner-Museum Freiburg.
        
Noch bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts führte über den Neumagen lediglich die Furt am Kirch- und Burghügel. Erst am Ende des 17. Jahrhunderts errichtete man eine erste, hölzerne Brücke über den Fluss. Als Krozingen 1742 Poststation wurde, war diese jedoch nicht mehr ausreichend. 1753-1754 baute man die Neumagenbrücke zu einer steinernen Dreijochbrücke aus. Zum Bau der Brücke stifteten der Krozinger Vogt Josef Moser und der Offnadinger Vogt Antonius Berne die beiden Statuen der Immaculata und des heiligen Nepomuk. Man ließ die Skulpturen bei dem damals besten Bildhauer des Breisgaus herstellen, Johann Baptist Sellinger in Freiburg. 1945 wurde die Brücke von deutschen Soldaten gesprengt. Wie durch ein Wunder gelang es jedoch dem Krozinger Bauunternehmer Willi Ruch, die beiden wertvollen Statuen zu retten. Sie konnten nach dem Wiederaufbau der Brücke 1954 wieder aufgestellt werden.

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In den 1950er Jahren erlebte die Bad Krozinger Kur einen Boom. Die Zahl der Kurgäste stieg rasant, womit sich der Mangel an Räumen für kulturelle Veranstaltungen fühlbar machte. Schließlich gelang es der Gemeinde, den Bau eines Kurhauses in Angriff zu nehmen. Das von dem Architekten Horst Linde (geb. 1912) entworfene Kurhaus wurde 1959 eröffnet. Der eindrucksvolle Bau, der an Werke Mies van der Rohes und an den gleichzeitig von Linde in Stuttgart gebauten Landtag erinnert, wurde sofort zum Mittelpunkt des Kur- und Gemeindelebens. Die heutige Gestalt des Kurhauses ist durch eine Erweiterung der Architektengruppe Heinz Gaiser, Karlsruhe, von 1982 bestimmt.

Das Litschgi-Haus besteht aus zwei Teilen: einem südlichen Teil (von der Straße aus gesehen rechts), der nach der Inschrift im Türsturz des Seiteneingangs 1687 erneuert wurde, während eine heute verdeckte Inschrift im Inneren des Gebäudes das Jahr 1564 als Baudatum für die überwölbte Eingangshalle auswies.

Der linke, nördliche Teil wurde von den Litschgis 1698 von der Gemeinde gekauft. Die Gemeinde besaß hier ursprünglich eine Gemeindestube, die sie nach den Zerstörungen und Plünderungen der Kriege mit Frankreich 1698 an Litschgi verkaufen musste. Litschgi errichtete auf dem Ruinengrundstück das bis heute bestehende Gebäude und verband es mit dem rechten Teil; der Türsturz an der Basler Straße mit dem Datum 1700 zeigt die Fertigstellung an. Mit dem schönen Erker und der langgestreckten Front an der Basler Straße gehört das Litschgi-Haus zu den eindruckvollsten Bürgerhäusern Südbadens. Das Haus wurde zu Beginn der 1980er Jahre renoviert. Im Zuge dieser Maßnahme wurde hinter dem Litschgi-Haus ein neuer Gebäudekomplex mit Ladenzeile und Wohnungen errichtet und der Hof mit Tiefgarage neu angelegt. Heute finden in dem Saal des Litschgi-Hauses (Litschgi-Keller) kulturelle Veranstaltungen statt. Außerdem wird das Litschgi-Haus für das Stadtmuseum genutzt, das in derzeit zwei Abteilungen die Frühgeschichte der Stadt sowie die Geschichte der römischen Siedlung auf Markung Krozingen präsentiert. 

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Krozingen ist in der Reformationszeit katholisch geblieben, weil es zu Vorderösterreich gehörte. 1556 erfolgte die Reformation in den Badischen Landen. Bestimmt bis zum 30jährigen Krieg und auch lange Zeit danach gab es hier keine evangelischen Christen. Der erste evangelische Geistliche, Vikar Funk, förderte sehr tatkräftig den Bau der ersten evangelischen Kirche, die Jahr 1935 durch den damaligen Landesbischof eingeweiht wurde. Eine besondere Sehenswürdigkeit sind von Georg Meistermann 1982 entworfenen modernen Kirchenfenster (Thema: Erscheinungen Gottes in der Welt). Wegen seiner jahrhundertealten Zugehörigkeit zu Österreich war die Bevölkerung von Krozingen katholisch. Erst in den Jahren um 1900 zogen in größerer Zahl evangelische Gläubige nach Krozingen zu, für die im Schloss Gottesdienste gehalten wurden. Krozingen gehörte als Filial zunächst zu Gallenweiler, später zu Staufen. 1935 konnte die rasch wachsende evangelische Gemeinschaft eine eigene Kirche errichten, nachdem sie kurz zuvor zu einer eigenen Pfarrei erhoben worden war. Die Kirche nimmt mit ihrem Turm die Höhe und Form des Turms der katholischen Pfarrkirche auf, was stadtbildprägend das Verbindende der Gläubigen beider Konfessionen betont. Mit den zehn Kirchenfenstern von Georg Meistermann, die der Künstler 1981 schuf, besitzt die Evangelische Kirche ein herausragendes Bildwerk. Der Zyklus zeigt mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament Erscheinungsweisen Gottes in der Welt, von der Erschaffung der Welt über die Verkündigung an Maria zur Taufe der Gläubigen und zur Ankündigung des himmlischen Jerusalems in der Offenbarung des Johannes.

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Die St.-Georg-Kapelle, die heute als Friedhofskapelle dient, war ein Filial von Biengen. Der jetzige Bau der Kapelle stammt nach der Jahreszahl über der Tür aus dem Jahr 1606, doch mag ein Teil noch älter sein. Die Kapelle barg in ihrem Inneren drei sehenswerte Holzskulpturen. Sie zeigen Maria mit dem Kind, die von zwei Heiligen begleitet wird, einem Bischof mit aufgeschlagenem Buch und dem Heiligen Trudpert. Die Skulpturen sind heute in der Pfarrkirche Biengen aufgestellt; am Schaft der Axt des Hl. Trudpert sind sie auf das Jahr 1492 datiert.

Mit der Falkensteiner Straße besitzt Hausen einen großzügigen Straßenzug, der vielleicht nach dem verheerenden Hochwasser von 1744 neu angelegt wurde. Neben großen Bauernhöfen mit den typischen Rundbogeneinfahrten stehen hier die Kirche St. Johannes (erbaut 1787-1789) und das Amtshaus der Herrschaft von Falkenstein. Abgeschlossen wird das Ensemble im Süden und Norden durch die Gasthäuser Adler (erbaut 1753) und Löwen (erbaut 1779, heute Gasthaus Einstein).

Die wohl vom Anfang des 18. Jahrhunderts stammende Nepomuk-Statue wird dem Freiburger Bildhauer Andreas Hochsing zugewiesen. Der hl. Nepomuk schützt als Brückenheiliger die Flussübergänge. Die Hausener Skulptur stand einstmals auf der Möhlin-Brücke.

Schlatt besitzt mit der Pfarrkirche St. Sebastian und der daneben liegenden Quelle einen der malerischten Flecken Bad Krozingens. Die Kirche ist seit 1275 urkundlich belegt, doch stammt der heutige Bau aus dem Spätmittelalter und dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Neben dem Hauptpatron, dem hl. Sebastian, werden in der Kirche auch der hl. Fridolin und der hl. Apollinaris verehrt. Dem hl. Apollinaris ist nicht nur ein Seitenaltar, sondern auch die Statue links des Hochaltars gewidmet, die von Johann Baptist Sellinger geschaffen wurde. Während die Verehrung des Missionars Fridolin, der 538 in Bad Säckingen starb und im dortigen Münster bestattet ist, vielleicht auf einen Aufenthalt Fridolins an der Quelle zurückgeht, dürfte die Verehrung des hl. Apollinaris als Quellenheiligen sehr viel jünger sein. Ergänzt wird das Ensemble an der Kirche um das repräsentative, 1804 erbaute Pfarrhaus mit dem mächtigen Kellersockel. Seit dem Dreißigjährigen Krieg betreuten Franziskaner die Pfarrei, bis im 19. Jahrhundert Weltgeistliche die Stelle übernahmen. Besonders hervorzuheben ist der Kirchenhistoriker und Pfarrer Dr. Theodor Kurrus (1916-1994), der als Seelsorger für Tunsel, wo er wohnte, und Schlatt tätig war. Kurrus verfasste nicht nur zahlreiche kirchengeschichtliche Beiträge, sondern gründete 1974 auch die Schlatter Kommende des Lazariterordens neu. Überregional bekannt war er durch sein Engagement in kirchlichen Gruppen, die sich kritisch mit den Beschlüssen des 2. Vatikanischen Konzils auseinandersetzten.
Vor der Quelle steht ein großes Gebäude, das vielleicht ursprünglich der Konventsbau der Schlatter Lazariten war. In den Außenmauern haben sich zwei romanische Fenstergewände erhalten. Später trieb hier die Wasserkraft der Quelle ein Mühlwerk. Ende des 19. Jahrhunderts schloss man an dem Werk die erste Elektrizitätsversorgung des Dorfs an. 1873 wurde die Mühle in eine Bierbrauerei mit Gastwirtschaft umgewandelt, die das Schild Zur Quelle führte. Mitte der 1930er Jahre verkauften die damaligen Besitzer das Gebäude an die Gemeinde, die hier die Volksschule einrichtete, bis diese 1962 einen Neubau erhielt. Nach einem Brand wurde das nunmehr als Wohnhaus dienende Gebäude zu Beginn der 1990er Jahre durchgreifend renoviert.

In einer Landschaft, die von Barockkirchen geprägt ist, gibt die 1851-1857 gebaute Kirche St. Michael in Tunsel ein gänzlich anderes Bild. Äußerlich in den typischen Formen des Kirchenbaus in der ersten hälfte des 19. Jahrhunderts gehalten, weist die Kirche im Inneren eine qualitätvolle Ausmalung und einen Hochalter aus den 1890er Jahren auf, die der Künstler Karl Schilling gestaltete. Es ist ein Verdienst des PfarrersDr. Theodor Kurrus, dass die Ausmalung in den 1960er Jahren erhalten wurde, während man Kunstwerke des späten 19. Jahrhunderts andernorts radikal beseitigte. Der hl. Michael war erst im 18. Jahrhundert zum Patron der Pfarrkirche geworden, zuvor war es der hl. Andreas.

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Der stattliche Wohnturm ist an einer Fensterlaibung auf 1566 datiert. Die vollständige Ausführung in Stein, die Höhe des Gebäudes und der Ziergiebel weisen das Gebäude als den Wohnsitz einer Adelsfamilie aus. Tatsächlich lässt sich das Haus seit der Mitte des 14. Jahrhunderts im Besitz eines Zweigs der Freiburger Patrizierfamilie Snewlin nachweisen. Schon zu dieser Zeit wurde es als der Hof des Heiden bezeichnet. Vermutlich geht der Hofname auf einen ehemaligen Besitzer zurück.

Felix und Nabor, die beiden Patrone der Kapelle in Schmidhofen, waren römische Soldaten, die um das Jahr 304 bei Mailand wegen ihres christlichen Glaubens hingerichtet worden sein sollen. Das seltene Patrozinium wurde wohl über das Kloster St. Trudpert nach Schmidhofen vermittelt. Die Kapelle ist erstmals 1370 urkundlich erwähnt. Felix und Nabor wurden in Schmidhofen bei Ohrenschmerzen angerufen. Da sich dieses Patronat nur in Schmidhofen findet, vermutet die Forschung eine volkstümliche Ableitung aus dem lang gesprochenen Nabor. Jedenfalls sollen die Heiligen zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Schmidhofen bei zwei Schwerhörigen Wunderheilungen bewirkt haben, worauf eine rege Wallfahrt einsetzte. Die Wallfahrt veranlasste St. Trudpert 1759 zum Neubau der Kapelle; 1764 baute man für die Wallfahrer die heutige Gastwirtschaft Storchen. Neben Felix und Nabor, die als Statuen zu beiden Seiten des Hauptaltars stehen, wurden in der Kapelle (linker Seitenaltar) auch die Hl. Odilia und die Hl. Apollonia verehrt, Helferinnen bei Augen- und Zahnleiden.

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