Die Asiatische Tigermücke

Hier finden Sie Wissenswertes zur Asiatischen Tigermücke sowie deren Bekämpfung. 

Informationen zu Lebensweise und Bekämpfung

Im Herbst 2020 wurden erste Funde der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) in Tunsel bestätigt. Inzwischen ist die Art in allen Ortsteilen und im Kernort etabliert.

Hier werden Informationen über die Lebensweise und auch die Bekämpfung dieser Stechmückenart zur Verfügung gestellt. Besonders wichtig ist die Bekämpfung der Brutstätten, um einer weiteren Ausbreitung der Tigermücken-Population entgegenzuwirken. Hierbei ist die Stadtverwaltung insbesondere auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen, denn unzählige Brutstätten befinden sich auf privaten Grundstücken.

Die Bekämpfung beschränkt sich nicht nur auf den Sommer. Über das ganze Jahr hinweg gibt es verschiedene Maßnahmen, die Bürgerinnen und Bürger zur Bekämpfung der Tigermücke durchführen können und die somit Allen in Bad Krozingen einen schönen Sommer in den Gärten, auf den Balkonen und Spielplätzen ermöglicht. 

FAQ zur Asiatischen Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke ist eine relativ kleine Stechmücke, die ca. 3 bis 8 mm groß wird. Sie ist durch die schwarz-weiße Färbung sehr auffällig. Es kann jedoch zu Verwechslungen kommen. Eindeutige Bestimmungsmerkmale sind:

  • Fünf breite weiße Schuppenringe am hintersten Beinpaar (der Kniefleck zählt nicht dazu) und das hintere Bein endet mit weißen Schuppen.
  • Ein silberweißer Streifen, der vom Kopf über das Halsschild bis zum Flügelansatz reicht.
  • Weiße Spitzen der Taster (neben dem Stechrüssel)

Weitere Informationen, zum Beispiel zum Lebenszyklus, gibt es beim Umweltbundesamt: Informationen des Umweltbundesamtes zur Asiatischen Tigermücke oder auf der Website der Tri-national Initiative Group of Entomology in Upper Rhine valley: TIGER - Tri-national Initiative Group of Entomology in Upper Rhine valley

Die Asiatische Tigermücke ist besonders aggressiv und sticht nur tagsüber. Sie fliegt maximal 200 Meter weit und hält sich meist bodennah auf. Sie meidet windige Bereiche. Sie ist sehr anpassungsfähig und brütet mittlerweile nicht nur in natürlichen Brutstätten, wie wassergefüllten Baumhöhlungen. Die Tigermücke nutzt als Brutstätte auch gerne Wasserreste in Blumenvasen, Eimern, Regentonnen oder Pfützen auf Abdeckplanen oder in Altreifen. Ebenso kommt sie in liegengelassenen Behältern, Flaschen oder Kinderspielzeug sowie in Sonnenschirmständern, offenen Zaunelementen oder weiteren kleinen Wasseransammlungen vor.

Innerhalb von zwei Wochen kann sich in der Regel eine neue Generation bilden. Bei hochsommerlichen Temperaturen sogar in noch kürzerer Zeit. Die Tigermücke beginnt ihr Brutgeschäft meist im April oder Mai in Abhängigkeit der Temperaturen und ist bis Oktober aktiv wo sie mit der letzten Eiablage „Überwinterungseier“ ablegt. 

Da die Asiatische Tigermücke fast ausschließlich tagsüber fliegt und besonders aggressiv ist, schränkt sie die Lebensqualität vieler betroffener Menschen erheblich ein. Die Bekämpfung hat also zum einen das Ziel, die Lebensqualität aufrecht zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Zum anderen gilt es, das Risiko von Krankheitsübertragungen durch die Asiatische Tigermücke zu minimieren und die Populationen möglichst klein zu halten.

Mittlerweile ist bekannt, dass sich die Tigermücke auch gerne als „blinder Passagier“ im Auto transportieren lässt. Somit vergrößert sich der Wirkungsbereich erheblich und eine Eindämmung der Population wird umso wichtiger. Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen sich freiwillig an der Bekämpfung der Tigermücke zu beteiligen.

Aktuell etabliert sich eine additive Methode, die in Kombination mit den anderen Bekämpfungsmethoden erfolgreich eingesetzt wird. Hierbei handelt es sich um den Einsatz von Ruderfußkrebsen (Copepoda). Setzt man Ruderfußkrebse zum richtigen Zeitpunkt in größere, dauerhaft wasserführende Tigermückenbrutstätten wie z.B. Regentonnen oder Zisternen ein, ernähren diese sich von den Larven der Tigermücke. 

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS). Hier gehts zur Website der KABS.

Für alle Brutstätten gilt: Es muss sich um Gefäße handeln, in denen das Wasser stillsteht, nicht belebt ist (keine Fische, Amphibien, Insektenlarven) und dort für einen Zeitraum von mindestens fünf Tagen verbleibt.

Natürliche Brutstätten sind wassergefüllte Baumhöhlungen z.B. in Astgabelungen oder Astlöchern, Bambusstäbe, Kokosnuss-Schalen, leere Schneckenhäuser oder Blattachseln.
Typische künstliche Brutstätten sind Regentonnen ohne und mit Deckel, Blumentopf-Untersetzer, Vogeltränken, weggeworfene Flaschen, Becher oder sonstiger Müll, leere Blumenkästen, Eimer, Wannen, Schubkarren, Gießkannen, Schirmständer, Aschenbecher, Spielzeuge oder Dekorationsobjekte wie Vasen, Amphoren und Kerzenlichter aber auch Gartenclogs.

Kryptische Brutstätten sind zum Beispiel hohle und oben offene Zaunpfosten, bestimmte Wasserabläufe, Siphons von Außenwaschbecken oder verstopfte Dachrinnen von Gartenhäusern oder Garagen.
Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) hat eine Übersicht mit Fotos zu möglichen Tigermücken-Brutstätten veröffentlicht: Übersicht Tigermückenbrutstätten der KABS

Keine Brutstätten sind: Gechlorte oder gesalzene Pools (die Abdeckplane, in der sich Regenwasser sammelt, kann aber sehr wohl eine Brutstätte darstellen), natürliche Fließgewässer, natürliche oder naturnahe und belebte (Fische, Amphibien, Insektenlarven) Seen, Tümpel oder Teiche, Wasserspiele und Springbrunnen und alle Wasseransammlungen, die nach kurzer Zeit (höchstens fünf Tage) wieder versickert oder verdunstet sind.

Regentonnen lassen sich gut mit einem engmaschigen Moskitonetz abdecken. Dieses muss gut anliegen und alle kleinen Öffnungen müssen gut abgedichtet sein, z.B. mit Klebeband, einem Gummizug oder einem kleinen Spanngurt. Die Regentonne mit einem Deckel zu verschließen ist nicht ausreichend.

Viele Brutstätten lassen sich einfach ausleeren. Leeren Sie Blumentopf-Untersetzer regelmäßig (alle vier Tage) aus, lagern Sie Eimer oder Gießkannen mit der Öffnung nach unten. Eine Vogeltränke sollte aus ökologischer Sicht unbedingt im Garten verbleiben. Diese einfach alle vier Tage ausleeren und gründlich mit einer Wurzelbürste reinigen und nochmals ausspülen. So können sich keine Larven der Tigermücke entwickeln und Vögel und Insekten, aber auch der Igel haben stets Zugang zu frischem Trinkwasser. Bei manchen Brutstätten bietet es sich an, sie mit feinem Sand zuzuschütten, insb. bei Astlöchern oder offenen Zaunpfosten.

Manche Brutstätten können weder ausgeleert noch abgedeckt werden. Hierzu zählen insbesondere bestimmte Wasserabläufe, in denen unter dem Schmutzfangkorb Wasser stehen bleibt oder Siphons von Außenwaschbecken. 
Hier kann das Wasser mit BTI behandelt werden. Sie erhalten diese zum Beispiel in manchen Baumärkten oder online. Grundsätzlich gilt: Die Bekämpfung kann nur im Larvenstadium erfolgen. Eine Bekämpfung der Puppen oder adulten Tiere ist nicht sinnvoll und häufig gar nicht möglich. Die Anwendung von Bioziden sollte stets die letzte Option sein.

Bei gut zugänglichen Brutstätten hilft auch das Ausspülen mit kochend heißem Wasser aus dem Wasserkocher um die Larven abzutöten (kostengünstig und ebenso effektiv). Eine Behandlung sollte alle 10 bis 14 Tage oder alle zwei bis drei Tage nach Regenereignissen erfolgen. 

BTI-Tabletten sind ein biologisches Mittel, das gezielt gegen die Larven der Asiatischen Tigermücke wirkt. Sie enthalten natürliche Bakterien, die einen Stoff bilden, der für die Larven schädlich ist. Wenn die Larven diesen Stoff aufnehmen, wird ihr Verdauungssystem zerstört, sodass sie absterben.

Weitere Informationen zur Wirkungsweise von BTI-Tabletten finden Sie auf der Website der Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS): Wirkungsweise von BTI-Tabletten

Unter bestimmten Bedingungen kann die Asiatische Tigermücke mehr als zwanzig Viren übertragen. Nennenswert sind das Dengue-, Chikungunya-, Zika- und West-Nil-Virus. 

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts kann mit möglichen einzelnen lokalen Chikungunya-Virus-Infektionen im Sommer gerechnet werden. Aufgrund des Klimawandels dürfte auch die Wahrscheinlichkeit von lokalen Dengue-Virus-Infektionen eher zunehmen. 

Daher ist die Bekämpfung der Brutstätten äußerst wichtig, um die Populationen möglichst gering zu halten. Es ist in Deutschland bisher keine biologische Übertragung von Krankheiten durch die Asiatische Tigermücke nachgewiesen. In Italien, Südfrankreich oder auf der spanischen Insel Ibiza ist das allerdings bereits passiert.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Bei der Stadtverwaltung erhalten Sie persönlich eine Packung BTI Tabletten pro Haushalt und Jahr, ein Netz zur Abdeckung von Regentonnen und ausführliche Beratung zur Bekämpfung der Tigermücke. 

Innerhalb unserer Friedhöfe und Grünanlagen arbeiten auch die Stadtverwaltung und der städtische Baubetriebshof daran, Brutstätten zu identifizieren und entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen durchzuführen, um einer Ausbreitung der Mücke entgegenzuwirken. Hinweise oder Fragen dazu können (am besten mit Foto) per E-Mail an tigermuecke(at)bad-krozingen.de gesendet werden.

Wir helfen Ihnen gerne weiter

Schreiben Sie uns eine E-Mail an tigermuecke(at)bad-krozingen.de oder kommen Sie zu uns ins Rathaus. Gerne beraten wir Sie auch persönlich vor Ort. Bei uns erhalten Sie auch geeignete Netze zur Abdeckung von Regentonnen.