Klimaschutzkonzept

Die Stadt Bad Krozingen hat durch den regionalen Energie- und Umweltdienstleister badenova ein Klimaschutzkonzept erstellen lassen. Ziel des Konzepts ist es, Strategien und konkrete Maßnahmen für eine klimafreundliche und effiziente Energieversorgung der Stadt zu erarbeiten. Diese Maßnahmen umfassen die drei wichtigsten Felder des Klimaschutzes: Energieeinsparungen auf der Verbraucherseite, Effizienzsteigerungen in der Energieerzeugung und Substitution fossiler Energieträger durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Das Konzept dient als Vorbereitung für eine grundlegende und nachhaltige Modernisierung der kommunalen Energieinfrastruktur. Themen wie Abfall, Abwasser und insbesondere die Mobilität wurden ebenso berücksichtigt und bewertet.
Die Erstellung des kommunalen Klimaschutzkonzepts wird zu 65 % durch Fördermittel des Bundes finanziert.

Das komplette Klimaschutzkonzept auch mit den Steckbriefen der beschriebenen Top 20 Maßnahmen finden Sie hier.

Grundlage des Klimaschutzkonzeptes war die Enerergiepotenzialstudie
Hier finden Sie die von der badenova erstellte Energiepotentialanalyse, die am 5. Oktober 2015 im Technischen Ausschuss öffentlich vorgestellt wurde.

Weitere Informationen finden Sie auch unter der Seite
Umwelt - Natur und Klima




Aufbau des Klimaschutzkonzeptes und Ihre Bürgerbeteiligung

Nicht erst seit dem letzten Klimagipfel von Paris im November/ Dezember 2015 ist das Weltklima in aller Munde. Auch wir selbst können uns fragen, "welchen Beitrag wir hierzu leisten können".

Und die Stadt? Was trägt die Stadt hierzu bei?

Teil 1/ 3 Was ist & Wofür braucht es ein Klimaschutzkonzept?

Nicht erst seit dem letzten Klimagipfel von Paris im November/ Dezember 2015 ist das Weltklima in aller Munde.

Was aber hat das mit der Stadt Bad Krozingen, dem Entstehen des sogenannten Klimaschutzkonzepts und auch mit Ihnen selbst als Person zu tun? Der Grundgedanke hinter dem Klimaschutzkonzept für Krozingen ist denkbar einfach: Jeder von uns hat die Möglichkeit, durch sein eigenes Verhalten einen Beitrag zum Umgang mit dem Klimawandel zu leisten. Ein erster Ansatz liegt in der Vermeidung der Produktion von Treibhausgasen - was wir als Bürgerinnen und Bürger mit kleinen Maßnahmen schaffen können, werden Sie in diesem wie auch den nächsten Stadtanzeigern erfahren oder auf der Klimaschutz-Webseite der Stadt Bad Krozingen nachlesen können. Welchen Beitrag leistet die Stadt? Damit die Stadt als Vorbild oder auch als Aktivierende zum Ziel der Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes (CO2 ist eines der wichtigsten sogenannten Treibhausgase) effektiv beitragen kann, müssen zunächst die Bereiche ermittelt werden, in denen maßgebliche CO2-Einsparungen möglich sind. Hierzu dient das Klimaschutzkonzept - ein strategisches Gesamtkonzept, das Handlungsfelder auf dem ganzen Gebiet der Kommune aufzeigt und darstellt. Bei der Untersuchung sind alle Liegenschaften, alle Handelnden (Bürger, Verwaltung, Dienstleistungsgewerbe, Handel und Industrie) sowie auch die Bereiche Abfall, Abwasser und Mobilität eingeschlossen. Das auf Freiwilligkeit basierende Handlungskonzept gilt aber nicht nur für die Stadt, sondern auch für alle in der Kommune lebenden und arbeitenden Personen. In einem Klimaschutzkonzept werden also Maßnahmen erarbeitet, die u.a. eine nachhaltige und gleichzeitig bezahlbare Energieversorgung für die Gemeinde ermöglichen. Es zeigt auf, wo es sich lohnt, eine Reduktion des CO2 voranzutreiben - immer im Blick auf das technisch Mögliche und wirtschaftlich Sinnvolle. Dies soll geschehen mit Hilfe:der Einsparung von Energie durch Maßnahmen wie dem Ausbau und Nutzung von Erneuerbaren Energien oder der Nutzung energieeffizienter - also die Energie besser ausnutzender - Technologien.Am Ende des Klimaschutzprozesses können dann die folgenden Ziele angegangen werden:die Verankerung des Klimaschutzes in der Kommune durch die Festlegung eines Leitbildes die Abarbeitung eines an das Klimaschutzkonzept angegliederten Maßnahmenkataloges die Überprüfung der durchgeführten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Effizienz die Beteiligung aller in Bad Krozingen wohnenden oder arbeitenden Menschen, die den Klimaschutzgedanken tragen und aktiv umsetzen sollen.Die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes ist auf einen Zeithorizont von 10 bis 20 Jahren angelegt. Seine Ziele orientieren sich hierbei am Nationalen Klimaschutzplan für Deutschland und den ehrgeizigen Zielen des Landes Baden-Württemberg, das eigene Klimaschutzziele formuliert hat.

www.klimaschutzplan2050.de
www.baden-wuerttemberg.de
energiewende.baden-wuerttemberg.de

Zur Entstehung des Klimaschutzkonzepts

Die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts für die Stadt Bad Krozingen geht ursprünglich auf einen Gemeinderatsbeschluss zurück. 65 % der für die Erstellung anfallenden Kosten werden der Stadt in Form einer Förderung vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zurückerstattet. Mit der Erstellung des Konzepts wurde die badenova beauftragt.

Basis eines Klimaschutzkonzepts ist eine sog. Energiepotentialanalyse, die die CO2-Bilanz für die Stadt auflistet und damit vergleichbar mit anderen Städten macht. Es werden hierfür sowohl alle „Verbraucher“ als auch alle „Hersteller“ von Energie in Form von Wärme und Strom ermittelt. Diese Energiedaten werden in sogenannte „CO2-Äquivalente“ umgerechnet. Mit diesen „CO2-Werten“ kann man die auf der Gemarkung verbrauchten Treibhausgasemissionen beziffern und mit den Werten anderer z.B. Kommunen vergleichen, um Ziele zur Einsparung eindeutiger festlegen zu können. Der ermittelte Ausstoß der Stadt Bad Krozingen liegt beispielsweise bei 7,6t CO2 pro Jahr und Einwohner - der Wert der Stadt Freiburg liegt bei 8,02t CO2 (2012), der Durchschnitt in Baden-Württemberg liegt bei 6,6t CO2 pro Jahr und Einwohner. Neben der CO2-Bilanz werden in der Energiepotenzialanalyse auch mögliche Potentiale für Erneuerbare Energie ermittelt und dargestellt. Erste Ergebnisse der Energiepotenzialanalyse zeigen, dass u.a. in folgenden Handlungsfeldern Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Austoßes sinnvoll sind:
  • Sanierung von Gebäuden wie auch Erneuerung von Heizungsanlagen
  • Steigerung der Energie-Effizienz durch Kraft-Wärme Kopplungsanlagen
  • Aus- & Aufbau von Wärmeverbünden
  • Nutzung von mehr Photovoltaik und Solarthermie
  • Umsetzung von Quartiers- und Sanierungskonzepten
  • Förderung und Stärkung umweltfreundlicher Mobilität
Zum Stand des Klimaschutzkonzepts
Die Energiepotentialanalyse war auch Grundlage der ersten Energiewerkstatt am 14. Oktober 2015. Hier hatten die Bürger erstmals die Möglichkeit, sich in den Prozess einzubringen. Die Bürger priorisierten seinerzeit die aus der Energiepotentialanalyse entwickelten Handlungsfelder, die ihrer Meinung nach die für Bad Krozingen aussichtsreichsten CO2-Einsparungen bewirken. Die priorisierten Handlungsfelder der Bürger waren:
  • Mobilität unter Berücksichtigung der CO2/ Energiereduzierung
  • Photovoltaik
  • Gebäude-Energie-Effizienz
Aus den Priorisierungen der Bürger und den Ergebnissen der Energiepotentialanalyse wurde von der badenova ein Katalog mit 45 möglichen Handlungsfeldern und Maßnahmen erstellt, der den Gemeinderäten – als Vertreter der Bürgerschaft – am 23. November 2015 vorgelegt wurde. Die Räte haben die dort vorgestellten Maßnahmen ihrerseits priorisiert. Nach der Auswertung werden nun die 20 „Top-Maßnahmen“ in der zweiten Energiewerkstatt den Bürgern vorgestellt und sollen nun „mit Leben gefüllt“ werden. Jeder Bürger kann nun dabei mitwirken, diese 20 Maßnahmen zu spezifizieren und den Handlungsrahmen für sog. „Steckbriefe“ abzustecken (Zeiträume, Zuständigkeiten etc.): Diese von der badenova ausformulierten Steckbriefe stellen die eigentliche Basis des Klimaschutzkonzepts dar – sie beschreiben all diejenigen Maßnahmen, welche die Klimaschutzziele für die Stadt Bad Krozingen in die Praxis umsetzen sollen.

Im ersten und zweiten Teil des Artikels ging es um die Fragen, was Klimaschutzkonzept ist und wie sich der aktuelle Stand in Bad Krozingen darstellt. In diesem Beitrag geht es um die Frage, wie es mit dem Klimaschutzkonzept weiter gehen wird. Am Mittwoch den 27. Januar fand die zweite Energiewerkstatt im Rahmen der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes statt. Im Josefssaal fanden sich dazu gut 25 Bürgerinnen und Bürger sowie Gewerbetreibende aus energieaffinen Bereichen zusammen. Es war ein interessierter und breit gefächerter Teilnehmerkreis, der seine Vorstellungen und sein know-how bei der Konkretisierung der Top-Maßnahmen einbrachte. Zuerst wurden die vorab vom Gemeinderat ausgewählten sog. „Top-20-Ziele“ den Anwesenden vorgestellt und nach Inhalt und darin enthaltenen Aufgaben erklärt. In einem weiteren Schritt konnten die Teilnehmer diese nach ihren eigenen Präferenzen bewerten – als Ergebnis ergaben sich vier Top-Ziele aus Teilnehmersicht, die im Rahmen jeweils einer Arbeitsgruppe in lockerer aber gleichzeitig intensiver und konzentrierter Weise weiter konkretisiert wurden. Zu den Bereichen 1 Energieeffizienz/Energieeinsparung, 2 Erneuerbare Energien, 3 Mobilität und 4 Öffentlichkeitsarbeit wurden z.B. bestehende Defizite, notwendige Voraussetzungen, gewünschte Einrichtungen, innovative Ideen, geeignete Handlungsstrategien, mögliche Hindernisse sowie Akteure und Beteiligte diskutiert und in Form eines „Steckbriefes“ zusammengeführt. Das Protokoll ist auf der Webpage der Stadt Bad Krozingen unter dem Stichwort „Klimaschutzkonzept“ zu finden. Die vier im Workshop besprochenen sowie die restlichen 16 Handlungsfelder werden nun in einer Arbeitssitzung einem Ausschuss des Gemeinderates vorgestellt. Hier finden die letzten Abstimmungen vor der endgültigen Zusammenfassung und Niederschrift der Ergebnisse statt. Der Endbericht mit den 20 doppelseitigen Steckbriefen (zu jeder der 20 Maßnahmen) zzg. auch der nicht unter den Top-20 vorgeschlagenen Einsparmaßnahmen zur Verringerung von CO2 werden in der Gemeinderatssitzung vom 25.April 2016 vorgestellt. Der Gemeinderat wird in dieser Sitzung das Klimaschutzkonzept annehmen und auch beschließen, welche 2 bis 4 Maßnahmen als erste Klimaschutzschritte direkt von der Stadt umgesetzt werden sollen. />